Rhythms of Silence
Anderer Blick auf häusliche Gewalt
Medium: Kinetische Installation, Arduino, Ready-made-Objekte
Konzept
Das Projekt untersucht das Phänomen der verborgenen häuslichen Gewalt und ihre zyklische, mechanistische Natur. Im Zentrum steht die Transformation eines alltäglichen Gebrauchsgegenstandes - des Hausschuhs - vom Symbol für häusliche Geborgenheit hin zu einem Werkzeug der Unterdrückung. Die Installation hinterfragt, wie Aggression zu einem automatisierten Prozess wird, dem jegliche menschliche Empathie fehlt.
Papierformen
Sie sind in ihrer Form der kindlichen Anatomie nachempfunden und verkörpern äußerste Schutzlosigkeit und Fragilität. Die Verwendung von Papier verdeutlicht, wie leicht die Physis und menschliche Psyche eines Kindes unter äußerem Druck deformiert werden kann.
Der Hausschuh
Ein Artefakt der "Häuslichkeit" das in diesem Kontext seine ursprüngliche Funktion verliert und stattdessen eine autoritäre Kraft repräsentiert. Durch die Platzierung im künstlerischen Kontext wird die Banalität des Alltags zur Bedrohung.
Der Einsatz von Servomotoren erzeugt einen Effekt der Seelenlosigkeit. Die Gewalt ist hier nicht impulsiv, sondern rhythmisch, vorhersehbar und unaufhaltsam - wie das Ticken eines defekten Uhrwerks.
Sobald die Installation aktiviert wird, setzen sich die Mechanismen simultan in Bewegung. Das repetitive Schlagen der Hausschuhe auf das Papier erzeugt eine klangliche Kulisse, die den Raum dominiert. Diese mechanische Monotonie soll beim Betrachter ein beklemmendes Gefühl der Ausweglosigkeit hervorrufen.
Gewalt versteckt sich oft hinter der Fassade des gewöhnlichen Alltags. Indem die Maschine ununterbrochen arbeitet, wird der Betrachter mit der harten Realität konfrontiert, dass dieses System keine Pausen kennt und die Grenze zwischen Privatsphäre und Terror fließend ist.
Verwendete Ressourcen
Für die Arbeit "Rhythms of Silence" habe ich verwendet:
- YouTube-Videos darüber, wie man Servomotoren programmiert.
- Hilfs-Websites wie "Circuits", auf denen ich meine Mechanismen und den Code getestet habe.
- Viele verschiedene Websites zum Erlernen der Arduino-Programmierung.
- Wenn mir etwas völlig unverständlich oder schwer zu begreifen war, habe ich verschiedene KIs gefragt, wie was funktioniert.
- Ich habe auch „Google Translate“ benutzt. Dort, wo er nicht weiterkam, habe ich verschiedene KIs für die Übersetzung einiger Texte aus meiner Muttersprache ins Deutsche verwendet.
- Da mein Deutschniveau auf mittlerem Niveau ist, ist es noch nicht so gut, um ebenso schön und sauber zu schreiben wie в моей Muttersprache. Deshalb habe ich diese Hilfsmittel genutzt, um meine wahren Gedanken treffend auszudrücken.
Hintergrund und Herausforderungen
Ich bin selbst auf dieses Projekt gekommen, während ich auf der Straße spazierte und mich an meine eigene Kindheit und an die Kindheit meiner Freunde erinnerte. Kindesmisshandlung durch Anschreien oder dadurch, dass Eltern ihre Kinder mit Hausschuhen oder einem Gürtel auf den Hintern schlugen, war eine Alltäglichkeit, und niemand wunderte sich, wenn man einen roten Streifen am Bein oder an der Hand hatte.
Es ist mir sehr angenehm zu wissen, dass diese Tendenz mit der Zeit verschwunden ist und die Eltern gegenüber der heutigen Generation viel weicher geworden sind. Aber das betrifft leider nicht meine Kindheit. Dieses Projekt betrifft die absolute Mehrheit der Kinder in vielen Ländern Osteuropas. Ich bin der Meinung, dass das Thema Kindesmisshandlung angesprochen werden muss, denn nur weil wir in einer fremden Familie etwas nicht sehen, ist nicht immer alles so gut, wie es auf den ersten Blick scheint.
Gab es Schwierigkeiten, auf die ich gestoßen bin?
Ja, Schwierigkeiten begegneten mir regelmäßig, buchstäblich bei jedem Schritt. Angefangen damit, dass ich noch nie in meinem Leben zuvor einen Mikrochip für Servomotoren programmiert hatte, bis hin dazu, dass das Schallsensor-Modul sich weigerte zu arbeiten, und ich wegen eines begrenzten Budgets darauf verzichten musste, sowie der Tatsache, dass ich nicht einmal bis zum Ende durchdenken konnte, wie die Hausschuhe an den Servomotoren befestigt werden.
Es war schwierig, aber nicht unerreichbar für mich.
Ursprünglich wusste ich nicht einmal, wie ich mein Projekt realisieren soll, und durch die Methode von Versuch und Irrtum konnte ich trotz der Schwierigkeiten meine Idee umsetzen.